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Mittwoch, 19. Juni 2013

Amphibien, Folge 1: Die Erdkröte

Nachdem wir bei "Osnabrück, Berlin, die Welt" schon das ein oder andere Insekt unter die Lupe genommen haben, das sich in Küche, Bad oder Wald tummelt, möchte ich nun die Gelegenheit ergreifen, ein weiteres heimisches Tier vorzustellen, das mir schon des Öfteren während der frühsommerlichen Dämmerung unter die Füße vor die Linse gekommen ist: Die Erdkröte

Zwar ist unser gefiederter Freund sehr weit verbreitet, doch ist er grade erst 2012 zum Lurch des Jahres gewählt worden. 
Zu dieser Jahreszeit durchstreift die Erdkröte in einem schreitenden Gang ihr Sommerrevier auf der Suche nach Schnecken, Würmern,  Asseln, Spinnen oder schmackhafte Insekten. Ist sie auf der Flucht vor potenziellen Fressfeinden oder im Stress, lässt sie sich auch zu sportlichenHopsern hinreißen.


Spielt man selbst mit dem Gedanken, eine Erdkröte zu verzehren, sollte man darauf achten, die Haut zu umgehen. Denn dort befinden sich Drüsen, die giftige Sekrete absondern. Der Natter ist das egal, andere Tiere wie Dachs, Igel, Krähen und Mäusebussard haben gelernt, den Lurch auf den Rücken zu drehen und bäuchlings zu fressen.
Nimmt man die Kröte in die Hand, sollte man sich hinterher besser die Hände waschen.

Wenn sie nicht gefressen, landwirtschaflich vergiftet oder plattgefahren werden und sie den Winter eingegraben überleben, dann können sie schon gute 10 Jahre alt werden.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Biotope, Folge 10: Der Spreewald bei Lübbenau

Gurke auf Fahrrad (Foto: Lienhard Schulz aus der
deutschsprachigen Wikipedia).
Die Gurke begegnet dem Reisenden an jeder Ecke. An Häuserwänden prangt sie großformatig und grinsend,  in Gaststätten künden Info-Prospekte von ihrer Qualität, und natürlich gibt es auch Läden und Verkaufsstände mit den echten essbaren Spreewaldgurken. Die Tourismus-Industrie rund um Lübben und Lübbenau schlachtet den Verkaufsschlager Gurke bis zum oft zitierten Geht-Nicht-Mehr aus.

Das sollte indes nicht dazu führen, dass der Blick abgelenkt wird von der tatsächlichen Schönheit des Spreewaldes. Für diese Folge der Reihe "Biotope" werfen wir einen Blick auf die Gegend nahe Lübbenau. Von Berlin Alexanderplatz fährt die Regionalbahn eine Stunde bis dorthin. Zu Fuß läuft der Reisende dann nochmal eine Viertelstunde, bis er im grünsten Wald steht.

Landschaft
Jungpflanze zieht Kraft aus verrottendem Holz (Foto: CS).
Der Spreewald ist geprägt von einer beeindruckenden Menge kleiner und mittelgroßer Wasserläufe, die allesamt mit der Spree verbunden sind. In einigen Bereichen spaltet der Fluss sich in mehrere Läufe auf, in anderen Teilen des Waldes wurden künstliche Nebenläufe oder auch Verbindungen eingerichtet. Wer bei Lübbenau durch den Spreewald wandert, läuft alle paar Meter über Brücken. Der Kanut fährt unter ihnen hindurch.

Tiere
Allem Anschein nach eine sehr junge Erdkröte
im Herbstlaub (Foto: CS).
Angesichts der Vielzahl an Wasserläufen und auch kleinen Stehgewässern ist es wenig erstaunlich, dass der Spreewald ein Paradies für Amphibien ist. Wanderer, pass auf! Vor Deinen Füßen könnte eine Kröte durchs Laub hüpfen. Im Spreewald soll es 150 Tier- und Pflanzenarten geben, die auf der roten Liste für gefährdete Arten stehen. Auch Biber wohnen hier. Besondere Eindrücke sind auch im Sommer zu erwarten, bei 830 Schmetterlingsarten.

Pflanzen und Pilze
Pilze (Foto: Anne).
Auch sie gibt es en masse. Besonders im Herbst sind diverse Pilzarten zu sehen - sie wachsen auf lebenden und toten Bäumen, oder gern auch auf dem Waldboden. Der Kenner mag schon während einer Wanderung durch den Wald an eine schmackhafte Pilzpfanne denken. Auch Pflanzen gibt es an jeder Ecke, vor allem Laubbäume wie Erlen. Nadelbäume werden selten gesichtet. Die Vegetation hat mehrere Effekte: Sie schränkt den Blick ein, sodass der Reisende nur bis zur nächsten Wegbiegung schauen kann. Sie dämpft aber auch jeden Schall, sodass eine Wanderung durch den Spreewald immer auch dies ist: leise.

Infrastruktur
Es ist auch möglich, auf Booten zu essen,
z.B. Gurken (Foto: CS).
Im April 1991 hat die UNESCO das Biosphärenreservat Spreewald anerkannt. Lübbenau liegt mittendrin. Südwestlich von Lübbenau verlaufen die Autobahnen 13 und 15. Nordöstlich liegt der Spreewald zum Glück in ziemlicher Ruhe. Wanderwege, Fahrradverleihstationen und Kanuvermieter erschließen das Gebiet allerdings wunderbar für Menschen, die kurzzeitig auf einen Motor verzichten können.

Christian Schepsmeier


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