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Freitag, 16. November 2012

Das Auto zum Wochenende, Folge 10: Jubiläumsausgabe zum Thema Autodesign

10 Wochen ist sie nun schon alt, die kleine, bescheidene Rubrik "Das Auto zum Wochenende". Zu diesem Anlass erschien es mir sinnvoll, einmal in meinem Fundus zu graben und Bildmaterial zu zeigen, das ich in den letzten Wochen und Monaten zusammengetragen habe. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf außergewöhnlichem Automobildesign liegen. Viel Spaß beim Stöbern!


Das passiert wohl, wenn Frau ihre Knutschkugel noch
ein klein wenig süßer und schnuckeliger machen will.

Wunderschönes Chromwerk an einem Alfa Romeo Giulia Spider

So sahen Kleinwagen Ende der 20er Jahre aus: BMW DIXI
Italienischer geht es nicht: Alfa-Schlange, Italien-Emblem, Mille Miglia-Aufkleber und Spaltmaße wie breite Schluchten.

Sidepipes an einer Cobra: Da sieht man schon, dass es laut wird!


Traumhafter Türgriff des Fiat Barchetta


Die Kiemen eines Alfa Romeo Montreal
Sowas gab es früher auch schon, da durfte man
allerdings noch selber suchen.


Anders sein um jeden Preis: Übertrieben verspielte
Rückleuchten am Lancia Ypsilon.



Beschränkt auf das Nötigste: Das Armaturenbrett eines Vorkriegsklassikers


Willkommene Abwechslung im Straßenbild: Army-Jeep.

Könnte schon 60 Jahre alt sein, ist er aber nicht: Morgan Plus 8 aus 2003.

Eine "Ratte", wie sie im Buche steht: VW Kübelwagen mit viiiieeeel Patina.

3 Räder mussten beim Morgan Threewheeler ausreichen.


Spoiler, wohin man schaut, dickes Rohr, Tribals, tiefer, härter, Opel-Teufel:
Und da soll man dann Angst bekommen, oder wie?

Ein Iso Grifo, eines der schönsten Autos, die ich in
 diesem Jahr bislang vor die Linse bekam.

Und das hier ist eines der irrsten: Ein Cord 810.

Schaltwippen, etliche Knöpfe am Lenkrad (incl. der Blinker!) und
ansonsten viel Unförmiges: Ferrari 458 Spider von innen

Das waren die Ami-Schlitten der 50er Jahre: Heckflossen-Monster!




Nico Siemering, Bielefeld-Korrespondent
Siehe auch:


Freitag, 26. Oktober 2012

Das Auto zum Wochenende, Folge 7: Alfa Romeo Montreal

Wenn Autobewunderer die Namen Maserati, Iso Rivolta oder De Tomaso hören, denken sie sofort an rassige Sportwagen - zum Beispiel aus den 1960er Jahren, als Ferrari und Lamborghini noch echte Rivalen waren. Noch heute stehen die meisten dieser Hersteller für exclusive Technik, hohe Preise und niedrige Stückzahlen. Bei Alfa Romeo sieht das schon anders aus. Die Alfa-Modelle haben sich unter der Herrschaft der Konzernmutter Fiat - übrigens leider genauso wie Lancia - immer mehr zu Brot-und-Butter-Produkten entwickelt. Doch zurück in eine Zeit, in der alles besser war. In der Sportwagen noch unvernünftig, laut, aggressiv und exzentrisch sein durften. Eine Zeit, in der Benzin noch richtig billig war, weil noch niemand etwas von der ersten Ölkrise ahnen konnte. Und eine Zeit, in der Alfa Romeo noch für das beste Design und die besten Motoren der Automobilwelt stand.

Filigrane Diva (Foto: NS)

1970 erblickte der Alfa Montreal das Licht der Welt, ein Jahr später ging er in den Verkauf. In einer Ära, in der das Automobildesign eh schon auf dem Höhepunkt war, setzte er noch einen drauf. Spektakulär, atemberaubend, allein die Frontpartie mit den lasziven Augen - halb geschlossen zwar, aber doch hellwach. Oder die Form der Türen. Oder die seitlichen Kiemen. Egal, aus welchem Winkel ich dieses breite, flache Auto betrachte, egal welcher Linie ich gerade folge, egal welche Kurve ich verinnerliche, ich habe bislang keine Perspektive gefunden, aus der der Montreal nicht traumhaft schön ist. Diese Mischung aus einerseits Stil und Eleganz, andererseits Aggressivität, Autorität und Potenz kann sich so nie mehr wiederholen. Denn heute müssen sich Autodesigner vor allem Sicherheitsbestimmungen, ja sogar dem Fußgängerschutz unterordnen. Ich werde hier nicht propagieren, dass die passive Sicherheit bei der Entwicklung zukünftiger Autos eine geringere Rolle spielen soll. Aber: Ich würde für den Spaß, den Thrill, die Lust, die mir eine Fahrt in einem Alfa Montreal bereiten würde, immer gern ein klein wenig mehr Risiko gehen. Vielleicht leben schöne Sportwagenklassiker auch ein wenig davon. Von der Gefahr. Aber eben auch von der Gefahr, nach ihnen süchtig zu werden.


Alfa Romeo Montreal in "verde" (Foto: NS)
Der Montreal ist begehrenswert, besonders in dem Farbton auf den Bildern. Er ist einer der rarsten Alfa Romeo (von 1971 bis 1977 wurden 3.925 Stück verkauft), vor allem sieht man selten einen, der nicht rot ist. Man kann heute ein gutes Exemplar für rund 30.000 Euro bekommen. Aber man sollte beachten, dass es dabei nicht bleiben wird. Die Folgekosten sind bei diesem Modell horrend, jede Reparatur, jedes Teil ist viel teurer als bei Modellen von der Stange. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit, ein Fahrzeug im ehrlichen Spitzenzustand zu erwischen, sehr hoch. Der Montreal hat auch als Oldtimer nie das Preisniveau vergleichbarer Lamborghini, Ferrari oder Maserati erreicht und war dadurch lange Zeit auch für Fans mit geringen finanziellen Mitteln leistbar. Diese kümmerten sich nicht genug um den Erhalt des Zustandes ihrer liebsten Stücke, sodass diese Fahrzeuge langsam wegrosteten. Auf dem heutigen Markt sind so fast nur noch komplett restaurierte Montreal zu finden. Ein gewisses Restrisiko bleibt aber immer. Ob ich das jemals eingehen würde, weiß ich nicht. Aber ich zolle jedem meinen größten Respekt, der die Kühnheit besitzt!


Nico Siemering, Bielefeld-Korrespondent


Siehe auch:

Das Auto zum Wochenende, Folge 6: VW Phaeton
Das Auto zum Wochenende, Folge 5: Citroen DS
Das Auto zum Wochenende, Folge 4: Mazda MX-5
Das Auto zum Wochenende, Folge 3: BMW X6
Das Auto zum Wochenende, Folge 2: Fiat 500
Das Auto zum Wochenende, Folge 1: Bugatti Veyron  EB 16.4