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Freitag, 26. Juli 2013

Das Auto zum Wochenende, Folge 30: Leopard Roadster

Wegen Zeitmangels gibt es in dieser Woche nur eine "Kompaktausgabe" des Autos zum Wochenende. Die Geschichte dazu ist denn auch schnell erzählt.

Die einzige Automarke aus Polen, die mir außer Polski Fiat einfällt: Leopard
Nur selten bekomme ich ein Auto zu Gesicht, das ich nicht kenne. Meist liegt das daran, dass das Modell schon 100 Jahre auf dem Buckel hat. Das Auto auf dem Bild ist aber fast neu. Zunächst tippte ich darauf, eine mir unbekannte britische Marke aufgetan zu haben. Schließlich ist die Ähnlichkeit zu alten englischen Roadstern, aber auch moderneren Morgans nicht von der Hand zu weisen.

Klassisch-britische Form beim 6 Litre Roadster (Fotos: NS)
Bei näherer Recherche stellte sich der Wagen jedoch als ein Leopard Roadster heraus. Ein äußerst seltenes Sportcabrio mit beeindruckenden Eckdaten: nur 1,2 Tonnen Gewicht, sechs Liter Hubraum, über 400 PS. Und woher stammt das exklusive und wohl etwa 100.000 Euro teure Gefährt? Nein, falsch geraten. Es kommt aus Ostpolen.

Übrigens hieß die Vorgängerfirma Gepard. Und so schließt sich der Kreis: kein Wunder, dass ich beim Anblick des Leopard Roadsters sofort an England dachte. Daher kommen ja schließlich auch Panther, Tiger und Jaguar, wenigstens in der Autowelt...


Nico Siemering, Bielefeld-Korrespondent

Siehe auch:

Das Auto zum Wochenende, Folge 29: NSU Ro80

Freitag, 5. Oktober 2012

Das Auto zum Wochenende, Folge 4: Mazda MX-5

Spaß UND Vernunft passen meist nicht zueinander, oft schließt der eine die andere aus. Und doch gibt es ab und an die Gelegenheit, beide miteinander zu verbinden - zum Beispiel mit dem Auto zum ersten Oktoberwochenende 2012, dem Mazda MX-5.

Im Moment schlafen die Klappscheinwerfer. (Foto: NS)
Als der MX-5 1990 in Europa startete (in den USA bereits 1989 als "Miata"), war die Autoform "Roadster" so gut wie tot. Als Roadster bezeichnet man kleine, flinke Cabrios, meist reine Zweisitzer, die ausschließlich eines bieten sollen: Fahrspaß. Erfunden und salonfähig gemacht wurde diese Bauart in England. Roadster wie der Austin-Healey, Triumph TR 3, MGB und Jaguar XK 120 belebten zwar die 1950er und -60er Jahre, Anfang der 90er war davon aber nichts mehr übrig. Der einzige echte Roadster war zu der Zeit ein Spider - von Alfa Romeo. Der war aber schon so lange auf dem Markt, dass er letztlich veraltet war. Man sehnte sich also nach einem modernen Roadster, einem kleinen, leichten und günstigen offenen Sportwagen. Auch in den USA, für die die erste MX-5-Generation ursprünglich konzipiert war.


Roadster für alle: der erste Mazda MX-5 (Foto: NS)

Dass nun ausgerechnet die vernünftigen Japaner, die bis dahin (mit Ausnahmen wie dem Honda CRX oder dem Toyota MR2) eher mit braven, konservativen Limousinen in Amerika und Europa punkten konnten, diese Lücke schließen würden, war so nicht zu erwarten. Auch nicht der Einfluss, den die erste MX-5-Generation auch aktuell auf die Automobilindustrie hat. Mercedes SLK, BMW Z4, Audi TT Roadster, Porsche Boxster - all diese Modelle würde es ohne den MX-5 heute in der Form ganz sicher nicht geben. Es sei denn, ein anderer Hersteller wäre auf den Trichter gekommen, solch ein Auto zu bauen. Das hätte aber wohl noch einige Jahre gedauert, zumal selbst eine Weltmarke wie Mercedes bis 1996 brauchte, um ein ähnliches Vehikel auf den Markt zu bringen und somit etwas von dem großen Kuchen abzubekommen. Der SLK überholte denn auch gleich den Mazda und wurde erfolgreichster Roadster - allerdings war er deutlich teurer und machte längst nicht so viel Spaß wie das japanische Original.

So blieb der MX-5 über die Jahre und mittlerweile Jahrzehnte konkurrenzlos. Die Deutschen waren zu teuer und zu weich, die Italiener (Fiat Barchetta) und Briten (MGF, Lotus Elise) zu exotisch und unzuverlässig, darüber hinaus waren sie alle nur Kopien des Wagens, der Cabriofahren in Europa wieder salonfähig machte. Was sagte man damals bitte aus, wenn man ein Escort oder Kadett Cabrio fuhr? Der Mazda brauchte im Übrigen nie besonders viel Leistung, um seinen Fahrern ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern: Selbst in der aktuellen dritten Generation reichen die 160 PS im Topmodell völlig aus. Besonders beeindruckend ist die Beständigkeit, mit der Mazda es geschafft hat, den MX- 5 über die Jahre frisch zu halten und trotzdem noch Anleihen beim ersten Modell nicht zu verleugnen und die ursprüngliche Form beizubehalten. Manche britische Autofans regen sich weiterhin über den japanischen Roadster auf, die Idee sei geklaut und es dürfe nicht sein, dass die Asiaten sich mit ihren Federn schmückten. Dabei hat Mazda fast genauso viel geleistet: eine ausgestorbene automobile Gattung neu belebt und Nachahmer hervorgebracht, die dafür sorgen werden, dass auch in Zukunft für eine bunte Artenvielfalt gesorgt ist.

Nico Siemering, Bielefeld-Korrespondent


Siehe auch:
Das Auto zum Wochenende, Folge 3: BMW X6
Das Auto zum Wochenende, Folge 2: Fiat 500
Das Auto zum Wochenende; Folge 1: Bugatti Veyron EB 16.4