Dienstag, 9. Oktober 2012

Einfach sportlich!



Dass die Führungsetage in Münster an einem sportlichen Image der Stadt interessiert ist,  muss wirklich niemanden verwundern. Denn schon kleine Details, zum Beispiel die Einrichtung der Hallenbäder,  auch gerne Sportbäder genannt,  betonen diesen sportlichen Charakter unserer Stadt.
Ist Mann oder Frau, Junge oder Mädchen erst einmal ein paar Bahnen in den Bädern der Stadt geschwommen, kann direkt im Anschluss an Essens- oder Getränkeautomaten gesund und kostengünstig zugeschlagen werden. Verschiedene Köstlichkeiten können hier den sportlichen Tag weiter versüßen.
Lecker und gesund! (Foto: PK)





Ein gesundes Snickers oder Mars oder doch vielleicht ein Twix helfen sofort den ersten Hunger zu bekämpfen. Für jeden Geschmack lässt sich im Automaten eine nahrhafte und sättigende Kleinigkeit finden. Selbst wenn nach dem Schwimmen der eine oder andere Sportler noch Durst bekommen sollte (was als wirkliche Seltenheit nach sportlichen Aktivitäten zu sehen ist), kann ohne schlechtes Gewissen eine (beinahe) zuckerfreie Stärkung zu sich genommen werden: Fanta, Cola oder Sprite bieten sich hier doch prima an. Einfaches Wasser gibt es ja schließlich im Becken genug. 


Philipp Kleff,
Sport-Korrespondent Münster

Samstag, 6. Oktober 2012

Kongofieber



Innerhalb weniger Stunden war es soweit. Wir, zwei Studentinnen, tauschten unser alltägliches Unileben in der überschaubaren Kleinstadt Münster gegen das pulsierende Treiben in Lubumbashi. Die zweitgrößte Stadt der demokratischen Republik Kongo liegt am südlichen Zipfel des Landes an der Grenze zu Sambia. Obwohl sich die Großstadt in der gleichen Zeitzone wie Deutschland befindet, hat das Leben hier seinen eigenen Rhythmus. Gelegen am Rande der sich ausbreitenden Metropole, in der an jeder Ecke gebaut wird, befindet sich ruhig und idyllisch gelegen Mutoto Village. Das Zentrum bietet mit seinem Heim ein Zuhause für vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Zudem ermöglicht die sich auf dem Gelände befindende Schule einen Treffpunkt für alle Altersklassen aus dem umliegenden Viertel. Kulturelle Erfahrungen zusammen mit den Kindern   begleiten unseren Alltag. Der moderne Ansatz weg von der Entwicklungshilfe hin zu einem Austausch auf Augenhöhe schafft eine angenehme Atmosphäre. Immer wieder entstehen tiefsinnige Gespräche und Freundschaften entwickeln sich. Dies lässt die zurückgelegten Kilometer, die Sprachbarrieren und den kulturellen Hintergrund oftmals vergessen, sodass Witze und Spaß an der Tagesordnung stehen. Verwundert erfahren wir, dass Händchenhalten unter Jungen etwas ganz Normales ist, man manchmal unglaublich lange auf etwas warten muss und das das Tanzen uns beiden nicht unbedingt im Blut zu liegen scheint.


 Da gerade Sommerferien sind, wird vom Zentrum aus ein Ferienprogramm für bis zu siebzig Kinder  aus dem umliegenden Viertel organisiert. Zu unseren festen Aufgaben gehört das spielerische Beibringen von Englisch und auf Wunsch der Älteren im Projekt auch der Deutschunterricht. Unser grüner Daumen wird beim Anlegen und Pflegen von Gemüsebeeten auf die Probe gestellt.

Man könnte meinen, der oftmals nur abends vorhandene Strom, die überfüllten Busse und die einfach ausgestatteten Häuser prägen unsere Wahrnehmung, doch sind es andere Aspekte die uns in Erinnerung bleiben werden. Zielstrebige Jugendliche, die für ihre Zukunft kämpfen und sich von Schicksalsschlägen und leider offensichtlichen Ungerechtigkeiten nicht entmutigen lassen. Der Gemeinschaftsgeist, das herzliche Miteinander, die offene und ehrliche Lebensfreude und die künstlerische Vielfalt überraschen uns immer wieder.
Eine wirklich überwältigende Besonderheit im Mutoto Village ist die Akrobatikgruppe Mutoto Chaud. Sobald die rhythmischen Klänge der Trommeln ertönen, werden zahlreiche Zuschauer aus dem Quartier angezogen. Waghalsige Menschenpyramiden, Flick Flacks und beeindruckende Tanzchoreographien begleitet von mitreißenden Liedern auf Kisuaheli lassen uns täglich die Zeit vergessen. Genau diese Momente sind es, die uns den Abschied noch schwerer machen werden. Zum Glück können wir uns aber auf ein Wiedersehen im Frühjahr 2013 freuen, wenn die Akrobatikgruppe Mutoto Chaud  wieder einmal auf Deutschlandtournee sein wird.
Hannah und Nora beim Ringelpiez mit Anfassen

Hannah Schimpl und Nora Schmitz,
Kongo-Korrespondentinnen

Freitag, 5. Oktober 2012

Das Auto zum Wochenende, Folge 4: Mazda MX-5

Spaß UND Vernunft passen meist nicht zueinander, oft schließt der eine die andere aus. Und doch gibt es ab und an die Gelegenheit, beide miteinander zu verbinden - zum Beispiel mit dem Auto zum ersten Oktoberwochenende 2012, dem Mazda MX-5.

Im Moment schlafen die Klappscheinwerfer. (Foto: NS)
Als der MX-5 1990 in Europa startete (in den USA bereits 1989 als "Miata"), war die Autoform "Roadster" so gut wie tot. Als Roadster bezeichnet man kleine, flinke Cabrios, meist reine Zweisitzer, die ausschließlich eines bieten sollen: Fahrspaß. Erfunden und salonfähig gemacht wurde diese Bauart in England. Roadster wie der Austin-Healey, Triumph TR 3, MGB und Jaguar XK 120 belebten zwar die 1950er und -60er Jahre, Anfang der 90er war davon aber nichts mehr übrig. Der einzige echte Roadster war zu der Zeit ein Spider - von Alfa Romeo. Der war aber schon so lange auf dem Markt, dass er letztlich veraltet war. Man sehnte sich also nach einem modernen Roadster, einem kleinen, leichten und günstigen offenen Sportwagen. Auch in den USA, für die die erste MX-5-Generation ursprünglich konzipiert war.


Roadster für alle: der erste Mazda MX-5 (Foto: NS)

Dass nun ausgerechnet die vernünftigen Japaner, die bis dahin (mit Ausnahmen wie dem Honda CRX oder dem Toyota MR2) eher mit braven, konservativen Limousinen in Amerika und Europa punkten konnten, diese Lücke schließen würden, war so nicht zu erwarten. Auch nicht der Einfluss, den die erste MX-5-Generation auch aktuell auf die Automobilindustrie hat. Mercedes SLK, BMW Z4, Audi TT Roadster, Porsche Boxster - all diese Modelle würde es ohne den MX-5 heute in der Form ganz sicher nicht geben. Es sei denn, ein anderer Hersteller wäre auf den Trichter gekommen, solch ein Auto zu bauen. Das hätte aber wohl noch einige Jahre gedauert, zumal selbst eine Weltmarke wie Mercedes bis 1996 brauchte, um ein ähnliches Vehikel auf den Markt zu bringen und somit etwas von dem großen Kuchen abzubekommen. Der SLK überholte denn auch gleich den Mazda und wurde erfolgreichster Roadster - allerdings war er deutlich teurer und machte längst nicht so viel Spaß wie das japanische Original.

So blieb der MX-5 über die Jahre und mittlerweile Jahrzehnte konkurrenzlos. Die Deutschen waren zu teuer und zu weich, die Italiener (Fiat Barchetta) und Briten (MGF, Lotus Elise) zu exotisch und unzuverlässig, darüber hinaus waren sie alle nur Kopien des Wagens, der Cabriofahren in Europa wieder salonfähig machte. Was sagte man damals bitte aus, wenn man ein Escort oder Kadett Cabrio fuhr? Der Mazda brauchte im Übrigen nie besonders viel Leistung, um seinen Fahrern ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern: Selbst in der aktuellen dritten Generation reichen die 160 PS im Topmodell völlig aus. Besonders beeindruckend ist die Beständigkeit, mit der Mazda es geschafft hat, den MX- 5 über die Jahre frisch zu halten und trotzdem noch Anleihen beim ersten Modell nicht zu verleugnen und die ursprüngliche Form beizubehalten. Manche britische Autofans regen sich weiterhin über den japanischen Roadster auf, die Idee sei geklaut und es dürfe nicht sein, dass die Asiaten sich mit ihren Federn schmückten. Dabei hat Mazda fast genauso viel geleistet: eine ausgestorbene automobile Gattung neu belebt und Nachahmer hervorgebracht, die dafür sorgen werden, dass auch in Zukunft für eine bunte Artenvielfalt gesorgt ist.

Nico Siemering, Bielefeld-Korrespondent


Siehe auch:
Das Auto zum Wochenende, Folge 3: BMW X6
Das Auto zum Wochenende, Folge 2: Fiat 500
Das Auto zum Wochenende; Folge 1: Bugatti Veyron EB 16.4

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Die bunte Welt der Kleinanzeigen, Folge 1: Insel zu verkaufen

Käufer bitte hier melden (Foto: CS)
Wenn man versucht, seinen alten Krempel loszuwerden (z.B. Babystühle, Rasenmäher oder Inseln), dann wäre eine Zeitungsannonce eine gute Möglichkeit, diesem Ziel näher zu kommen.

Und wenn man wiederum für sich und seinen kniehohen Hund einen ruhigen Ort sucht, an dem man nicht so schnell gefunden wird, oder an dem man seine Gänse marschieren lassen kann, oder  falls man mal fix das "Drei Gegenstände"-Gedankenspiel durchtesten möchte, ja dann bietet die Neue Zürcher Zeitung ein passendes Geschäft:

Eine einsame Insel in Schottland.

Mit 172 ha ist sie in etwa so groß wie Helgoland. Bietet Behausungen gleich für mehrere Bewohner, (bzw. für eine einzelne multiple Persönlichkeit), eine Kapelle (z.B. für multiple Persönlichkeite mit imaginären Freunden, oder um den Rasenmäher unterzubringen) und schließlich eine Pier

Wer beim Kauf von schottischen Inseln allerdings zu Geiz neigt, der sollte unbedingt die Angebote vergleichen. Denn schottische Inseln bekommt man ja mittlerweile überall hinterhergeworfen:
Eilean Righ (Königsklasse)
Eilean an Seamraig (günstiges Einsteigermodell)
Ailsa Craig (formschönes Design)


Thomas Trilken, Dänemark-
Korrespondent

Dienstag, 2. Oktober 2012

Kniehoher Hund gesucht

Ein Schlawiner (Foto: CS).
Wer in diesen Tagen in Berlin-Neukölln einem freilaufenden Hund begegnet, der braucht nicht in jedem Fall Angst zu haben. Vielmehr ist es ratsam, den Hund zunächst zu vermessen. Entwarnung können Fußgänger sich selbst geben, falls der Hund bis zum Knie reicht, und so ähnlich aussieht wie das schwarze Tier auf dem Foto. Dann ist er nämlich (das steht im Kleingedruckten neben der Telefonnummer) ein ganz Lieber. Bleibt freilich zu hoffen, dass die Knie-Höhe des Finders derjenigen des Herrchens oder Frauchens ähnelt.

Christian Schepsmeier

Montag, 1. Oktober 2012

Gänsemarsch in der Martinistraße

Assoziationsobjekt (Foto: Der Spieler).
Das Wort "Gänsemarsch" steht plötzlich im Hinterhof des Sonnenstudios "World of Sun" hinter dem Netto-Markt in der Osnabrücker Martinistraße. Es hängt in anderthalb Metern Höhe an einer Wohnhausrückwand, einen Meter entfernt von der Einfahrt, auf einem Schild.

Mangels anderer Erklärung fange ich an zu assoziieren:

Ist das ein barscher Befehl? "Gänsemarsch! Sonst gibts Probleme!"

Handelt es sich um eine Warnung: "Warnung vor den Gänsen" statt "Warnung vor dem Hund"?

Ziemlich frech und diskriminierend wäre die Auffassung, dass hier auf die vielen Kundinnen (abwertend: "Gänse") hingewiesen wird, die den Netto und das Sonnenstudio besuchen.

Letzten Endes fühlt sich keine der Deutungen so an, als träfe ich den Nagel auf den Kopf.
Warum verstehe ich das Wort dort bloß nicht....... ?

Die Welt ist ein Rätsel.

Der Spieler