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Sonntag, 17. März 2013

Das Sonntagsfoto, Folge 29: Pimp your profile!

Für nur 29,90 Euro (!!) produziert die "Lichtbild-Manufaktur" in Osnabrück
das perfekte Profilfoto. Hier lernt man also, anständig von unten nach oben
in die Kamera zu schauen, und sich spontan von seiner besten Seite
zu zeigen. Danke dafür, wie auch schon für weitere Produkte! (Foto: CS)

Sonntag, 10. Februar 2013

Sonntag, 27. Januar 2013

Das Sonntagsfoto, Folge 23: Die Bestattungskultur der Ritter

Das Schaufenster eines Bestatters am Petersburger Wall in Osnabrück.
Die Frage ist: Warum steht hier eine Ritterrüstung hinter der Scheibe?
Die Antwort ist ganz unten links zu erahnen: "Die Ritter" stehen demnach
 auch für "Bestattungskultur" (Foto: CS).

Samstag, 5. Januar 2013

Schnapszahl-Ausgabe: Rückblick und Ausblick

Die Arbeitsumgebung (Foto: CS).
Fast ein halbes Jahr nach dem ersten Beitrag für "Osnabrück, Emsland, die Welt", und pünktlich zur 111. Ausgabe gestern, möchte ich eine vorläufige Bilanz ziehen, und ein paar Änderungen ankündigen. Bislang habe ich es als Verpflichtung betrachtet, jede Woche mindestens einen, besser aber zwei oder drei Beiträge selbst zu veröffentlichen. Dafür habe ich im neuen Jahr voraussichtlich keine Zeit mehr. "Osnabrück, Emsland, die Welt" bleibt aber Forum für die Texte und Fotos aller beteiligter Autoren.

Der Blog begann als Experiment mit einigen Fragen: Wird es Spaß machen, mehrmals in der Woche selbstgewählte Inhalte zu präsentieren? Werden sich überhaupt Themen finden? Und, etwas nachgeordnet: Wird es Leser geben?

Der Gemeine Totengräber ist gar nicht so gemein.
Schnell hat sich gezeigt: Themen finden sich, wenn man die Augen offen hält (und ein Thema ist, was man zum Thema macht). In den Sommermonaten kreuchte und fleuchte es zum Beispiel vielerorts, und entsprechend viele Insekten rückten in den Fokus. Sie tragen wunderschöne Namen: der Bienenwolf, die Langfühlerschrecke, der gemeine Totengräber, der Rüsselkäfer (als gern gesehener Gast im Badezimmer), die beißende Larve des Asiatischen Marienkäfers, und der Waldmistkäfer. Mindestens eines haben sie den verschiedenen Autoren gezeigt, die sich mit ihnen beschäftigten: unsere Welt wimmelt, und jedes Wimmeltier führt ein ziemlich spannendes Leben.

Die erste "Biotope"-Folge:
Trockenlandschaft an Bahnschienen.
Noch einer zweiten Serie tat es gut, dass die ersten Monate des Blogs der Juli und der August waren. Verschiedene Autoren haben in bereits zehn Folgen interessante "Biotope" beschrieben, Lebensräume also.  Die Beiträge konzentrieren sich nicht nur auf klassische Naturschutzgebiete wie den Spreewald oder den - weniger bekannten - Hainberg. Der Blick richtet sich vielmehr auch auf kleine Schätze wie die Wickriede oder idyllische Balkons in Berlin-Neukölln, Räume also, die eher als Kulturlandschaften gelten. Und doch sind auch sie Lebens-Räume.

Der Alfa Montreal (cool!) (Foto: NS).
Je mehr Autoren am Blog mitwirken, desto mehr verschiedene Perspektiven auf die Welt treten hinzu. Nico Siemerings Blick geht zum Beispiel auf einen wichtigen Teil der unbelebten Welt. Seit mittlerweile 16 Folgen präsentiert er jeden Freitag ein "Auto zum Wochenende". Seine Fachkenntnis und seine Liebe zum Detail, ja, seine Autophilie, machen die Lektüre seiner Texte immer wieder zum Erlebnis - Liebeserklärungen wie an den Fiat 500 und die DS von Citroen, harsche Kritik wie am Porsche Panamera und am BMW X6, oder  faszinierende Bildersammlungen wie die Jubiläumsausgabe zum Thema Design. Nico Siemerings Beiträge bekommen regelmäßig besonders hohe Klickzahlen.

Ein Gesicht wächst aus einem Baumstamm (Foto: TT).
Einige Autoren haben den Blog besonders geprägt. Zu ihnen zählt in besonderem Maße der Dänemark-Korrespondent Thomas Trilken. Mal schreibt er mit spitzer Feder über die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem dänischen Fernsehprogramm kurz vor Ende des Maya-Kalenders. Mal durchstreift er die Gegend um Sønderborg, um das dortige Biotop "zwischen See und See" zu beschreiben. Besonders in Erinnerung bleiben auch die seltsamen Gesichter, die Thomas im Halbdunkel gesehen und glücklicherweise fotografiert hat. 

Moscow Mule (Foto: LME)
Zu den prägenden Autoren gehört auch die Berlin-Korrespondentin Anne, die sich auf mehreren Themenfeldern bewegt hat. Besonders bleibt ein Erlebnisbericht von Mitte September in Erinnerung: Jemand hatte ungefragt Annes Auto geliehen und umgeparkt. Einen ganz anderen Fokus setzte Annes Beschreibung eines Trink-Erlebnisses: Der "Moscow Mule" wurde seitdem sicher noch ein paar Mal öfter bestellt. Zuletzt zitierte Anne bildlich die Installation eines Gedichts auf dem Tempelhofer Feld: "All our splendid monuments / lipstick traces on a cigarette".

Im Sommer im Stadion.
Es ist erstaunlich, welches Themenspektrum in den vergangenen fast sechs Monaten behandelt wurde. Neben reinen Spaß-Beiträgen regten manche Beobachtungen auch zum Nachdenken an, zum Beispiel Peter Schepsmeiers Erlebnis im Stadion von Preußen Münster. Ultra-Fans hatten ein Transparent vorgezeigt, mit der Aufschrift "Gegen Sexismus und Homophobie", nur um kurz danach noch ein zweites hochzurecken, das die tolerante Aussage zunichte machte: "Ihr schwulen F.....".

Aktuelle Statistik (Foto: CS).
Die Themen kamen eher auf die Autoren zu, als dass sie gesucht wurden. Welcher Beitrag wie häufig geklickt werden würde, war immer eine Überraschung. Bis heute ist ein Text über die Arbeitstechniken der jungen Restauratorin Lena Wissing auf das meiste Publikumsinteresse gestoßen. Viele Seitenaufrufe werden inzwischen von der Facebook-Präsenz auf die Blog-Seite gelenkt.

Ich danke den 10 Autoren, die unseren Blog gestaltet haben, auch dem anonymen Schreiber und Fotografen, der sich besonders häufig "Der Spieler" nannte. Dank euch allen wurde "Osnabrück, Emsland, die Welt" bunt, und dank euch haben wir jetzt schon mehr als 16.000 Klicks. Der Blog war und ist immer offen für neue Autoren, die sich und ihre Texte ausprobieren wollen.

Christian Schepsmeier

Sonntag, 18. November 2012

Montag, 1. Oktober 2012

Gänsemarsch in der Martinistraße

Assoziationsobjekt (Foto: Der Spieler).
Das Wort "Gänsemarsch" steht plötzlich im Hinterhof des Sonnenstudios "World of Sun" hinter dem Netto-Markt in der Osnabrücker Martinistraße. Es hängt in anderthalb Metern Höhe an einer Wohnhausrückwand, einen Meter entfernt von der Einfahrt, auf einem Schild.

Mangels anderer Erklärung fange ich an zu assoziieren:

Ist das ein barscher Befehl? "Gänsemarsch! Sonst gibts Probleme!"

Handelt es sich um eine Warnung: "Warnung vor den Gänsen" statt "Warnung vor dem Hund"?

Ziemlich frech und diskriminierend wäre die Auffassung, dass hier auf die vielen Kundinnen (abwertend: "Gänse") hingewiesen wird, die den Netto und das Sonnenstudio besuchen.

Letzten Endes fühlt sich keine der Deutungen so an, als träfe ich den Nagel auf den Kopf.
Warum verstehe ich das Wort dort bloß nicht....... ?

Die Welt ist ein Rätsel.

Der Spieler

Mittwoch, 26. September 2012

Der kleine Kneipentest, Folge 1: Das "Neue Wege"

2,60 € für das 0,4 Bier (Foto: CS).
Für die erste Folge der neuen Serie "Der kleine Kneipentest" habe ich das "Neue Wege" im Osnabrücker Stadtteil Wüste besucht. Es wurde erst vor wenigen Wochen in der Kokschen Straße eröffnet. Der Name suggeriert zunächst einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit der Gaststätte - allerdings hat der neue Betreiber, wie sich herausstellt, einen großen Teil der Ausstattung von seinem Vorgänger übernommen. Das Ambiente bleibt rustikal.

Schweigende Freude (Foto: CS).
Das "Neue Wege" hat einen Sky-Anschluss und zeigt Fußballspiele. Diese Eigenschaft mag für manchen Kneipengänger unserer Tage eines der entscheidenden Kriterien für die Wahl des Lokals sein. Aber ohne einen freundlichen Wirt und eine gute Atmosphäre ist doch alles nichts. Beides ist im "Neue Wege" zum Glück gegeben. Vor allem auf den Barhockern direkt an der Theke fühlt man sich aufgehoben.


Stilleben mit Würstchen (Foto: CS).
Zigaretten sind gern gesehene Gäste, und keinen stört es, wenn jemand während des Rauchens isst. Die Speisekarte ist schlicht: Es gibt Bockwürstchen, Salzstangen und Schokoriegel. Loser Tabak und Zigaretten sind ebenfalls immer im Angebot. Die Getränkekarte weist neben Bier (2,60 € für 0,4 Liter) vor allem Schnaps auf, es gibt freilich auch unalkoholische Getränke. An der Wand hängen zwei Spielautomaten.

Licht in der Nacht (Foto: CS).
Negativ aufgefallen sind nur rassistische Äußerungen eines einzelnen Gastes beim Fußballgucken, aber dafür kann Wirt Ahmet nichts. Man darf hoffen, dass dieser Gast in der Minderheit bleibt. Insgesamt macht der Laden einen guten Eindruck. Das Bier ist gut gezapft, und der Wirt ist freundlich, aber nicht zudringlich. Nur wer mit mehr als 10 Personen unterwegs ist, sollte gar nicht erst eintreten: Für solche Gruppen ist der Laden zu klein.

Fazit: Ich komme gerne wieder!

Christian Schepsmeier

Montag, 24. September 2012

Schöngeistige Anspielung auf profaner Baustelle

Eine Möwe (Foto: Der Spieler).
Die igk Ingenieurgemeinschaft Krabbe in Osnabrück hat ein schönes Motiv für ein Baustellenplakat gewählt: eine Möwe im hellblauen Himmel - für mich ein Zeichen für Freiheit im Spiel mit den Elementen. Man könnte freilich auch an Freiheit der Kundenwünsche denken, wie die Krabbe-Website suggeriert, oder an den freien Blick des Kranführers. Der Wahlspruch der Firma zeugt in jedem Fall von großen Ansprüchen: "Wir realisieren Visionen".

"Wir realisieren Visionen".

Tatsächlich gibt es ein heute nicht mehr ganz so bekanntes "literarisches" Motiv, das meiner Meinung nach hinter der Abbildung stecken muss: Jonathan Livingston Seagull (deutsch: "Die Möwe Jonathan"), die Möwe aus dem gleichnamigen Buch von Richard Bach (1970), vertont von Neil Diamond (1973) und verfilmt von Hall Bartlett (1973).
Das Vorbild?

Darin geht es um eine Möwe, die - ähnlich wie ein Zen-Mönch - die Kunst des Fliegens bis zur Perfektion und ins Möwen-Nirvana betreibt. Das Buch war riesig erfolgreich: Man muss es auch, so denke ich, gelesen haben.

Hat sich ebenfalls inspirieren lassen:
Neil Diamond.
Bei einer so schöngeistigen Anspielung vonseiten der Firma Krabbe bin ich jetzt aber richtig gespannt, was da für ein visionäres Einkaufszentrum gebaut wird! Sollen etwa alte Muster zerbrochen werden, so wie die Möwe Jonathan Livingston Seagull es tat?


Der Spieler

Donnerstag, 20. September 2012

Woche des Grundeinkommens in Osnabrück

Ein Buch (Foto: CS).
Es klingt erstmal wie das Paradies auf Erden: Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) für alle Menschen. Jeder würde es bekommen, egal ob alt ob jung, und vor allem: egal ob er arbeitet oder nicht. Und es muss ausreichen - nicht nur fürs blanke Überleben sondern auch für Theaterkarten, Schwimmbadbesuche, den Kaffee in der Pause. Der Gründer der Drogeriemarktkette dm, Götz Werner, wirbt beispielsweise immer wieder dafür. Und auch in Osnabrück gibt es eine entsprechende Initiative. Noch bis Freitag hat sie in der Stadt die Woche des bedingungslosen Grundeinkommens ausgerufen, so wie ähnliche Gruppen in vielen Ländern.

Für ihre gemeinsame Vision setzen sich Menschen an einen Tisch, die sonst nicht zusammenarbeiten. Zum Beispiel der Wallenhorster Landwirt und CDU-Mann Hans Stallkamp, und Pastor Klaus-Wilhelm Depker – Mitglied der Linkspartei. Stallkamp: „Ich fühle mich wirklich verstanden von den Linken.“ Depker: „Das hab ich schon in der Kommunalpolitik in Göttingen gemerkt, dass man sich manchmal mit Politikern der CDU über diese Werteschiene ganz hervorragend streiten kann.“

Stallkamp und Depker sind Mitglieder der Osnabrücker Initiative Grundeinkommen. In ihren Parteien gehört das BGE nicht zum Programm, ebenso wenig wie bei den meisten anderen Parteien. Die meisten Befürworter sagen trotzdem: Das Grundeinkommen ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Klaus-Wilhelm Depker sagt eher: das Grundeinkommen muss kommen ehe die Zeit abläuft: „Wenn wir das in den nächsten zehn Jahren nicht schaffen, ein Grundeinkommen einzuführen – dann wird der Kapitalismus zu solchen Verwerfungen führen, dass wir kaum noch menschliche Zustände haben werden.“

Das Hauptproblem: Die Idee lässt sich nicht gescheit durchrechnen. Denn keiner weiß, was Menschen mit einem gesicherten Lebensstandard anfangen würden: was sie arbeiten, und ob sie überhaupt arbeiten. Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft sind unvorhersehbar. Studien (Beispiel) haben allerdings herausgefunden, dass die meisten Menschen ein Grundeinkommen keineswegs als Hängematte betrachten würden, sondern als Rückhalt, der sie freier atmen ließe. Freilich scheint klar zu sein, dass die Durchsetzung eines Grundeinkommens die Abkehr vom weitverbreiteten Fixiert-Sein auf das Wirtschaftswachstum bedeuten würde. Das sieht auch Volker Stöckel vom Vorstand der Osnabrücker Initiative so: "Man sollte darüber nachdenken, ob wir nicht zufrieden sein können, mit dem Wohlstand, den wir haben. Das wird auch in der Wirtschaftswissenschaft diskutiert, unter dem Stichwort Satisfizierung."

Stallkamp, Stöckel, Depker (von links, Foto: CS).
Landwirt Stallkamp ist sich sicher: dem ländlichen Raum in der Region würde das Grundeinkommen besonders guttun: „Ein Grundeinkommen für die Landwirtschaft würde die Landschaftsstruktur in Niedersachsen und Westfalen mit mittelbäuerlichen und kleinbäuerlichen Betrieben erhalten können. Brüssel müsste keine Zuschüsse mehr für die Landschaftspflege geben. Das würden die Betriebe dann aus eigener Intention machen.“ Er sagt auch, viele ehemalige Landwirte hätten ihre Kleinbetriebe nicht aufgegeben, wenn sie ein Grundeinkommen bezogen hätten.

Die Woche des Grundeinkommens endet am Freitagabend mit einem Vortrag zum Thema in der Osnabrücker Lagerhalle.


Von Christian Schepsmeier

Dienstag, 18. September 2012

An alle Türken, Polen und Rumänen


Zielgruppenfixierte Ansprache (Foto: CS).
In der Glastür einer Osnabrücker Sparkasse (am Arndtplatz) hängt das links abgebildete Warnschild. Tenor: "Unsere Mitarbeiter kommen nicht an das Geld. Überfall zwecklos." Die Botschaft ist in neun Sprachen zu lesen.

Interessant ist die Reihenfolge: Prominent plaziert ist zunächst die türkische, dann die polnische und die rumänische Sprache. Die Weltsprachen Englisch und Französisch stehen rechts am Rand.

Man muss nicht um die Ecke denken, um hinter dieser zielgruppenfixierten Ansprache einen Generalverdacht gegen Menschen aus bestimmten Ländern zu erahnen. Selten wird er so plakativ inszeniert.


Von Christian Schepsmeier

Samstag, 15. September 2012

INTER-BOOB oder hab ich mich verlesen?

Plakatwerbung (Foto: Der Spieler).
Was wird hier wohl umworben? Bikini-Mode? Sonnenkrem? Frauenkörper? Urlaub? Bei näherem hinsehen liest man INTERBOOB, die Messe für das Dekolletee.

Ach nein, tschuldigung! Ist doch glasklar, dass das ein Bootssteg ist, folglich die junge Dame nur darauf wartet, dass du ihr dein Boot anbietest, das aber noch gar nicht da ist, deswegen sollst du ja auch schnell zur INTERBOOT. Wurde tatsächlich bei der Bildauswahl übersehen, dass es um die Messe geht? Hatte der Bildauswähler nur das eine im Kopf?


Also bei Autowerbung, insbesondere Automessen, ist mans ja gewohnt, dass die Frau die Hälfte des Bildes einnehmen kann. Aber wie wenig halten die Werbemacher von Booten, dass sie sie ganz verschwinden lassen? Was sieht man dann auf der Messe, auch nur Dekolletees?

[P.S.: Während des Knipsens am Hauptbahnhof Osnabrück lachten drei 12-jährige. Auf Ansprache gaben Sie zu, sie hätten mich für eine Art Spanner gehalten. Meine Erklärung, dass ich das als Beispiel für sexistische Werbung für Boote aufnehme, reichte ihnen. Äh, was für Boote? fragten sie... Ja, genau, was für Boote!]

Von "Der Spieler"

Mittwoch, 12. September 2012

Weißes Kaninchen gesehen

Von näher.
Rätselhaft, warum Alice und ihr White Rabbit hier plötzlich erschienen sind, und warum gerade die Villa Schlikker in Osnabrück als Wonderland herhalten musste. 1900 gebaut, ist die Villa jünger als Alice’s Adventures in Wonderland (1865).

Bauherr Schlikker hatte 1865 durch die erste Dampfmaschine mit mechanischen Webstühlen seine Firma zur größten Textilfirma im Bereich Osnabrück gemacht.

Von weiter.

Seine Villa beherbergt heute eine Ausstellung des Kulturgeschichtlichen Museums in Osnabrück.

Alledies hilft indes nicht weiter, um die Fotosession zu erklären.


Von "Der Spieler"

Siehe von diesem Autoren auch:
Radeln im Zeichen der Merkursonne

Montag, 10. September 2012

Die Arbeitswelt, Folge 3: Das "Lieblingskaffee" in Osnabrück

Ware im Einsatz (Foto: CS).
Wer im "Lieblingskaffee" in Osnabrück einen Kaffee trinkt, kann die Tasse anschließend kaufen und mit nach Hause nehmen. Wer im Lieblingskaffee auf einem Stuhl sitzt, kann das Möbelstück anschließend kaufen und mit nach Hause nehmen. Das sind zwei Ausprägungen der Grundidee, mit der das Café vor genau einem Jahr an den Start gegangen ist - dicht an Dom und Theater. Chefin Christina Woltering hatte vorher keine Erfahrungen mit Gaststätten: "Um uns in Osnabrück behaupten zu können, mussten wir eine Nische suchen. So sind wir darauf gekommen, Einrichtungsstücke zu verkaufen."

Kundengespräch (Foto: CS).
Die ersten zwölf Monate hat das Lieblingskaffee überstanden. Inzwischen gehören vier fest angestellte Mitarbeiter zur Crew - dazu kommen zehn Aushilfskräfte. "Zwar waren die Besucherzahlen in den ersten Monaten noch etwas höher, aber wir haben uns jetzt auf einem guten Niveau eingependelt", sagt Woltering. Ihren Quereinstieg in die Gastronomie bereut die 37-jährige nach eigenem Bekunden nicht. Gleich gegenüber betreibt übrigens ihr Mann zusammen mit zwei Kollegen das Outdoor-Geschäft "kopfüber".

Blick von außen (Foto: CS).
Die Besucher kommen in Stoßzeiten zum Frühstück, zur Mittagspause und später zu Kaffee und Kuchen. "Wir ziehen diejenigen an, die etwas besonderes suchen", sagt Woltering. Das Publikum sieht zum Großteil so aus, als habe es genügend Geld auf dem Konto, um jeden Tag auswärts Kaffee trinken zu gehen - und sich anschließend noch ein schickes Accessoire zu leisten. So ein Publikum bewegt sich gern rund um Dom und Altstadt in Osnabrück.

Der Renner: Tassen mit integriertem Löffel (Foto: CS).
Das Konzept geht entsprechend gut auf. Die Tassen, Teller, und sogar Möbel, die das Lieblingscafé im Angebot hat, verkaufen sich ordentlich. "Am besten gehen die Gegenstände, die den Leuten beim Verzehr auffallen", so Christina Woltering - etwa raffinierte Teekannen oder hübsche Tassen. Am 30. September will das Café sein einjähriges Bestehen feiern, mit Sonderaktionen zum verkaufsoffenen Sonntag in Osnabrück.

Von Christian Schepsmeier


Siehe auch:
Die Arbeitswelt, Folge 1: Australische Waren in Osnabrück
Die Arbeitswelt, Folge 2: Lena Wissing, Restauratorin

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Samstag, 8. September 2012

Kunst in der Kaserne

Bitte nicht hinschauen (Foto: CS).
Morgen (15.09.) und übermorgen ist in der Winkelhausenkaserne in Osnabrück nochmals die Ausstellung "update" zu sehen. Sie wurde vergangenes Wochenende eröffnet, und war ursprünglich nur auf ein Wochenende angesetzt. Die Künstlergruppe Nartur zeigt Bilder, Skulpturen und Videos. Das eine Gebäude der ehemaligen Kaserne der Briten haben die Künstler über alle sechs Stockwerke mit Kunst gefüllt. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Baulichkeit der Baracke selbst zur Geltung kommt.

Auch keine Idee für Bildunterschrift (Foto: CS).
Denn das Gebäude ist das Gegenteil einer sterilen Ausstellungshalle: Stockflecken an und Dübellöcher in den Wänden, wellenförmiges abgeranztes Linoleum, unter dem Dach sogar tote Tauben, diese Eindrücke bestimmen das Bild. Dazu kommt, dass die verwinkelte Architektur der Kaserne überrascht. Es gibt einige seltsame Sackgassen, und oft mag man sich fragen: Was konnte je Sinnvolles mit diesem Raum angefangen werden?

Assoziationsobjekt (Foto: CS).
Auch die Kunstwerke selbst überraschen, mal mehr, mal weniger. Ein Perspektivspiel bleibt in besonderer Erinnerung: In einem der Räume sind unförmige Teile eines Gesichts scheinbar sinnlos verteilt. Nase, Mund und Augen stehen dort ohne Zusammenhang. Das Gesicht - dann wohlproportioniert - kann erst gelesen werden aus dem Nachbarraum, und nur aus einer einzigen Perspektive. So was gab es, es bleibt aber interessant.

Auch die Wände gehören zu einer Ausstellung (Foto: CS).
Unter den Gemälden und Zeichnungen haben mich vor allem die Bilder von Moritz Neuhoff begeistert. Sie sprechen mich direkt an, mit einer koboldhaft-zwielichtigen Darstellung von Wirklichkeit. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung "update" jeweils von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Christian Schepsmeier


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Montag, 27. August 2012

Drinks, Folge 1: Der Old Fashioned

Schon verzehrt: Die Cocktailkirschen (Foto: CS).
Diesen Drink sollte es in deutschen Bars häufiger geben. "Was möchten Sie trinken?" - "Einmal Old Fashioned bitte", das funktioniert selten. Dabei zeichnet diesen traditionsreichen Cocktail - vor allem dank Angosturabitter - ein herber, unverwechselbarer Geschmack aus, der gern öfter serviert werden darf.

Der Drink steht auf wenigen Getränkekarten, Ausnahmen wie das Helmut Kohl in Berlin-Neukölln kommen freilich vor. Hin und wieder gibt es auch Barmänner, die den Old Fashioned auf Wunsch mixen - dies geschieht zum Beispiel im Heimlich in Osnabrück.

Dass das Getränk nicht totzukriegen ist - es stammt aus dem 19. Jahrhundert - lässt für die Zukunft hoffen. Zuletzt hat die Serie "Mad Men" den Old Fashioned bekannter gemacht. Auch wenn mit solchen Zuschreibungen vorsichtig umzugehen ist: Niemand bestellt den Drink lässiger als Hauptfigur Don Draper.


Klassische Zutaten:
Bourbon, Scotch oder Rye Whiskey
Zucker
Angosturabitter
Wasser
2 Cocktailkirschen
Orangenscheibe
Zitronenschale


Christian Schepsmeier

Dienstag, 21. August 2012

Nepomuk schaut schweigend auf die Düte

Die Düte, und im Hintergrund die Brücke darüber (Foto: CS).
Der heutige Ausflug führt uns an die Grenze von Osnabrück-Sutthausen. Die Düte fließt hier durch eine malerische Senke zwischen den umliegenden Hügeln.

Der Heilige Nepomuk in seiner steinernen Nische (CS).
Dieses Bächlein muss überquert werden, wenn ein Radler die Stadt Osnabrück Richtung Südosten verlassen will. Am schönsten gelingt dies über die Von-Korff-Allee. Diese Straße führt - gesäumt von alten Eichen - direkt auf die Düte zu, und überquert sie auf einer schmucken gemauerten Brücke. Links davon wacht der Heilige Nepomuk - von einem Bildstock schauend - über den Bach-Übergang; rechts sammelt die Düte sich in einem kleinen Stauraum, ehe sie schneller fließend Richtung Nordwesten verschwindet.

Im Halbschatten der hohen Bäume kann man Beine und Seele vortrefflich baumeln lassen. Siehe hierzu auch das quadratische Video unten: "Vierzehn Sekunden im Leben eines Baches".